Teil 11: Psychotherapeutische Behandlung
Es gibt zwei unterschiedliche psychotherapeutische Behandlungsansätze:
die Verhaltenstherapie und die psychoanalytische Therapie. Beide
Therapien gibt es mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Immer häufiger
finden sich auch Therapiekonzepte, die Inhalte aus beiden Bereichen
in sich vereinigen.
Die Verhaltenstherapie zielt auf ein Verlernen des "Suchtreflexes"
ab. Impulskontrolle wird geübt und soll am Ende der Therapie so
gut beherrscht werden, dass eine Abstinenz möglich ist. Durch
Verhaltenstraining werden auch Konfliktbearbeitung und Frustrationsfähigkeit
verbessert. Die psychoanalytische Therapie zielt auf ein Verstehen
des Betroffenen, warum sich bei ihm eine Sucht ausbilden konnte
und warum es bei ihm zu Defiziten im Erleben von Beziehungen kam.
Der Schlüssel hierzu liegt häufig in der Biographie des Patienten.
Gruppentherapien sind heute vielfach tiefenpsychologisch orientierte
interaktionelle Gesprächspsychotherapien, eine Modifizierung der
reinen psychoanalytischen Therapie. Bereits im Rahmen dieser Gruppentherapien
sollen die Patienten die erkannten Defizite benennen und eine
Verhaltensänderung üben. Die Behandlungsdauer beträgt stationär
ca. 8 bis 16 Wochen. In dieser Zeit stellt sich in der Psychotherapiegruppe
häufig eine Rollensituation ein, wie sie der Patient auch aus
seinem Alltagsleben kennt. In diesem geschützten Rahmen können
die Beziehungsprobleme dann angesprochen und geklärt werden. Auch
ist es dann in der Gruppe möglich, neue Beziehungsmuster unter
therapeutischem Schutz und Motivation auszuprobieren und erste
positive Erfahrungen zu machen.
Nach der stationären Therapie sollte eine ambulante Nachsorge
z. B. bei einer Suchtberatungsstelle erfolgen.
Die lokalen Adressen der Beratungsstellen finden Sie unter:
Deutsche Hauptstelle
für Suchtfragen
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