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Alkoholabhängigkeit

 
 
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Teil 6: Suchtentstehung

Während die körperliche Abhängigkeit über neurologische Mechanismen gut erklärt werden kann, ist das Modell der Entstehung einer psychischen Abhängigkeit noch unvollständig. Im Vordergrund steht die Erfahrung des Betroffenen, dass durch den Genuss einer Droge bestimmte unangenehme Gefühle und Wahrnehmungen, unangenehm erlebte Handlungsimpulse unterdrückt werden. Nach dem Konsum erlebt er Erleichterung, Wohlbefinden und Abbau des Handlungsdrucks. Gefühle, Wahrnehmungen, Emotionen, Handlungsimpulse, usw. sind immer eng mit zwischenmenschlichen Beziehungen verbunden. Alkoholismus ist immer eine "Beziehungskrankheit". Diese Wirkungsweise der Droge belohnt sozusagen den Konsum. Der "Lernprozess" findet vorwiegend im limbischen System statt. Je nach Veranlagung kommt es schneller oder langsamer zur Ausbildung und zur Festsetzung des "Suchtreflexes". Für die Alkoholkrankheit gibt es eindeutig eine genetische Prädisposition, d. h. es gibt Menschen, die eher zum Alkoholismus neigen als andere. Kein Mensch wird jedoch als Alkoholiker geboren oder ist absolut geschützt vor der Erkrankung. Insbesondere scheint die Impulskontrollfähigkeit über die Entwicklung einer Abhängigkeit mit zu entscheiden. Aufgrund der Anpassungsvorgänge in allen Gehirnbereichen mit Toleranzentwicklung kommt es zur Dosissteigerung, weil sonst der gewünschte Belohnungseffekt nicht einsetzt. Ziel der Psychotherapie ist es, diesen Suchtreflex durch anderes kompetentes Handeln zu ersetzen. Es ist Ziel zu lernen, dass es befriedigender ist, Handlungsimpulse zu kontrollieren und anzusprechen, Konflikte zu benennen und zu klären, als die belastenden Gefühle durch Alkohol zu verschleiern. Der im Leben einmal erlernt Suchtreflex sitzt aber sehr fest im Gedächtnis und kann nie mehr komplett ausgelöscht werden. Kontakt mit Alkohol, zum Teil allein der Geruch oder Geschmack erinnern sofort an den Reflex und steigern enorm den Wunsch nach "Belohnung", dass heißt nach Alkoholkonsum bis eine entsprechende Wirkung eintritt. Alkoholgeschmack in Lebensmitteln oder auch alkoholfreies Bier können auf diesem Weg zum Rückfall führen. Ein problemloses kontrolliertes Trinken ist nach Abhängigkeitsentwicklung nicht mehr möglich.

 

 
 
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Hausärzte im Stadtteilzentrum Donnerschwee | Donnerschweer Straße 212 | 26123 Oldenburg | Telefon: (0441) 999 24 74
Dr. med. Meike Nold (Fachärztin für Allgemeinmedizin) | Dr. med. Volker Nüstedt (Facharzt für Innere Medizin)