Übergewicht - Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen des Übergewichts sind vielfältig. Noch vor zehn Jahren wurden Sie beim Arzt oder der Diätberatung vielleicht belächelt, wenn Sie „die Hormone“ angeführt haben oder „es liegt bei uns in der Familie“ als Begründung Ihres Übergewichts angegeben haben. Auch die bekannte Volksmeinung „abends essen macht dick“ wurde lange Zeit als unsinnig verworfen, ist doch die Kalorienzufuhr über den Tag berechnet nicht höher als wenn Sie mittags eine größere Mahlzeit zu sich nehmen.

Heute weiß man, dass all diese in der Bevölkerung schon lange „klaren Zusammenhänge“ stimmen und wissenschaftlich untermauert sind. Dennoch kennt die Medizin bis heute nur einige der Zusammenhänge zwischen genetischen Faktoren oder dem Hormonhaushalt und dem Übergewicht.

Neben der absoluten Kalorienzufuhr ist auch die Nahrungszusammensetzung und der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidend für den Stoffwechsel. Während die kohlenhydratreiche Mahlzeit am Vormittag aufgrund der Bewegung und Belastung bei der Arbeit zum Beispiel gut verbrannt wird, führt die Insulinausschüttung nach solch einer Mahlzeit am Abend zwar zur guten Nahrungsaufnahme, aber die dann notwendige Verbrennung bleibt aus - wir legen uns hin und die aufgenommene Energie legt sich in Form von Fettzellen um uns herum. Gerade das Bauchfett bereitet gesundheitliche Probleme, produziert es doch selber Hormone und ist am Hormonstoffwechsel beteiligt. Neueste Erkenntnisse zeigen auch, dass der Bauchumfang alleine ein bedeutsamer Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung ist: Ein "deutlich erhöhtes" Risiko liegt vor, wenn der Bauchumfang bei Männern mehr als 102 Zentimeter und bei Frauen mehr als 88 Zentimeter beträgt.

Methoden der Ermittlung

Übergewicht (Adipositas) ist eine typische Begleiterscheinung der Wohlstandsgesellschaft. Der Begriff ''Übergewicht'' bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Erhöhung des Körpergewichts. Was aber ist das ''Normalmaß''? Zur Erfassung von Normalgewicht und Übergewicht wurden im Laufe der Zeit verschiedene Größen-Gewicht-Indizes entwickelt. Die folgenden zwei haben sich im klinischen Alltag bewährt.

Broca-Index

Normalgewicht = Körpergröße in cm - 100
Nachteil dieser Methode ist, dass ein fester Richtwert ohne Schwankungsbreite ermittelt wird und nur für Durchschnittsgrößen (160-180 cm) geeignet ist. Außerdem wird die Körperzusammensetzung nicht berücksichtigt.

Body-Mass-Index

(BMI) BMI = Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m)2
Vorteil dieser Methode ist, dass sie für nahezu alle Körpergrößen geeignet ist.
Nachteil ist, dass auch bei dieser Rechnung die Körperzusammensetzung nicht berücksichtigt wird.

Mit Hilfe eines Interner VerweisBMI-Rechners können Sie sich Ihren persönlichen BMI einfach und schnell berechnen lassen.

Diagnose

Neben den bekannten Ursachen der zu hohen Kalorienzufuhr, der zu fettreichen Ernährung und der vor allem abendlichen Kohlenhydrataufnahme gibt es natürlich auch körperliche Erkrankungen, die zu Übergewicht führen: Schilddrüsenerkrankungen und hormonelle Störungen, insbesondere des Cortisonstoffwechsels.

Sehr viel bedeutender aber sind die Folgeschäden des Übergewichts, allen voran Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen am Herzen (Koronare Herzkrankheit, KHK).

Nach der gründlichen körperlichen Untersuchung geben ein Interner Verweis EKG, ggf. ein Interner Verweis Belastungs-EKG und
Interner Verweis Laboruntersuchungen Aufschluss über Ihren Gesundheitszustand.

Therapie

Bei der Therapie des Übergewichts steht Ihre Motivation, Ihr fester Wille und die Freude auf ein „leichteres Leben“ ganz oben. Je überzeugter Sie selber sind, um so mehr Erfolg werden Sie in Ihren Bemühungen haben. Über Vor- und Nachteile verschiedene Diätprogramme, zum Beispiel ''WeightWatcher'', „Schlank im Schlaf“ oder auch einer so genannten Entschlackungskur beraten wir Sie gerne. Eine differenzierte Ernährungsanalyse und Diätberatung ist häufig auf Rezept zu verordnen und wird von ausgebildeten Ernährungsberatern durchgeführt.

Neben der Diät ist aber auch die körperliche Bewegung wichtig. So nehmen Sie nicht nur schneller ab, sondern steigern auch Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und werden psychisch ausgeglichener. Doch vor dem Training steht die Beratung. Gelenke, Herz und Kreislauf sollen nicht überfordert werden und der Spaß an der Bewegung soll lange Zeit erhalten bleiben. Mindestens zweimal pro Woche sollten Sie sich für 40 Minuten anstrengen. Die Sportart ist dabei zunächst zweitrangig, wichtig ist der Spaß dabei. Die Belastung soll so hoch sein, dass Sie schwitzen und Sie sollten sich immer so begrenzen, dass Sie sich in der Belastung nur noch in kurzen Sätzen unterhalten können. Wenn Sie eine genauere Leistungseinschätzung wünschen, können wir gerne einen Termin zur Trainingsberatung und zum Interner VerweisBelastungs-EKG machen.

Hausärzte im Stadtteilzentrum Donnerschwee | Donnerschweer Straße 212 | 26123 Oldenburg | Telefon: (0441) 999 24 74
Dr. med. Volker Nüstedt (Facharzt für Innere Medizin)